XII. Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst 30.05.-02.06.07
Visionen oder Quo Vadis Sanitätsdienst
Zum XII. Mal fand in München an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in der Zeit vom 30. Mai bis 02. Juni 2007 das Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst statt. Neben informativen Weiterbildungen stand in diesem Jahr einerseits die konzeptionelle Ausrichtung des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr sowohl im Einsatzland als auch bei der truppenärztlichen Versorgung im Inland als auch die zukünftige Orientierung des Forums selbst im Fokus.
| Nach der herzlichen Begrüßung durch den Kommandeur SanAkBw, Generalarzt Dr. Raphael, wurde den Lehrgangsteilnehmern die Agenda dieser Arbeits- und Weiterbildungsveranstaltung durch den Planungsstab dargestellt. Hervorzuheben ist, dass es in diesem Jahr erstmals gelang, auch eine zivile Dozentin für die Leitung einer Arbeitsgruppe zu gewinnen. Die Anzahl der angebotenen Arbeitskreise erhöhte sich somit auf fünf. Neben den klassischen Arbeitsfeldern „Zukunft und Chancen für den jungen Reserveoffizier“ und „Wehrmedizin“, konnte das Portfolio des Themenkreises „Innere Führung“ somit erweitert werden. |

Kommandeur SanAkBW GA Dr. Raphael im Dialog mit „seinen“ Reservisten.
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Als Vertreter der deutschen Industrie erörterte Herr Müller von der Firma Kraus-Maffei-Wegmann eindrucksvoll die kontinuierliche und systematische Forschung und Weiterentwicklung gepanzerter Rad- und Kettenfahrzeuge des Sanitätsdienstes.

GenSA Dr. Blätzinger und der Sprecher des Forums OL d.R. Kramer in der Disskussionsrunde.
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„Wir brauchen mehr Spezialisten aus den Reihen der Sanitätsoffiziere der Reserve“, so der stellvertretende Inspekteur des Sanitätsdienst der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Blätzinger, in Hinblick auf die Transformation der Bundeswehr. Durch den Wegfall der Reservelazarettorganisation bis Ende 2007 entsteht ein erhöhter Bedarf an Umplanungen von beorderten Sanitäts- und Truppenoffizieren der Reserve auf bis dahin noch zu spiegelnde Dienstposten in aktiven Verbänden oder Einrichtungen des Zentralen Sanitätsdienstes. Hierzu war für die Dauer des Lehrgangs das zuständige Dezernat des Personalamtes mit seiner Dezernatsleiterin Flotillenärztin Rehder anwesend und stand den interessierten Teilnehmern für Einzelgespräche zur Verfügung. |
Der Kommandeur des Sanitätslehrregiments in Feldkirchen, Oberfeldarzt Backus erläuterte den 79 Lehrgangsteilnehmern die sanitätsdienstliche Operationsführung in Gefechtslagen und verdeutlichte dies an einer taktischen Lageentwicklung in einem fiktiven Auslandseinsatz. Es gelang eine eindrucksvolle Darstellung der Möglichkeiten und Kapazitäten des Sanitätsdienstes.
Als wesentlichem Bestandteil des Forums führte die Offizierweiterbildung in das Deutsche Museum München, die später noch durch eine Führung durch die neue Wehrhistorische Sammlung in der Sanitätsakademie, bei der die Lehrgangsteilnehmer vom Militärhistoriker Oberstleutnant Mellentin mit interessanten Hintergrundinformationen versorgt wurden, ergänzt wurde. |

OFA Backus demonstriert die Leistungsfähigkeit des modernen Sanitätsdienstes anhand einer
fiktiven Lage in „Bavarien“.
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In den Arbeitsgruppen wurde fleißig gearbeitet
- auch mit ungewohnten Methoden.
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In der Arbeitsgruppe 1 „Information für junge Reserveoffiziere“ wurden unter der Leitung von Hauptmann d.R. Anders Informationen weitergegeben und ausgetauscht. Dieser intensive Erfahrungsaustausch wurde durch die Erstellung einer Wehrübungscheckliste und mehrerer Informationsblätter dokumentiert und abgerundet.
Leutnant d.R. Friedrichs Arbeitsgruppe 2 beschäftigte sich mit der rhetorischen Aus- und Weiterbildung der jungen Offiziere um den Kameraden den Einstieg in präsentationsorientierte Vermittlungstechniken zu erleichtern und ihre soziale Akzeptanz als Führungspersönlichkeit zu steigern. Hierzu gehörte auch die Analyse von Wort und Schrift sowie die Schulung in Körpersprache. Abschließend konnten die Teilnehmer Ihre erworbene Kompetenz im Rahmen eines Kurzvortrags im Audimax erproben. |
| Die Arbeitsgruppe 3: „Wehrmedizin“ beschäftigt sich traditionell mit der fachspezifischen Weiterbildung der teilnehmenden Sanitätsoffiziere. In diesem Jahr wurde durch Oberstabsarzt d.R. Dr. Stavrou eine notfallmedizinische Schwerpunktfortbildung durchgeführt. Hauptthema war dabei die adäquate und strukturierte Versorgung des polytraumatisierten Patienten an Unfallort und im Schockraum. In Übungsszenarien wurde das erlernte Wissen direkt angewendet – abschließend wurde anhand eines TV-Beitrages die Situation im Auslandseinsatz am Beispiel Afghanistan beleuchtet. Die wehrmedizinische Fortbildung fand ihren Abschluß durch einen Vortrag über Moderne Konzepte und Strategien in der Leberchirurgie, der durch Oberstabsarzt d.R. Dr. Stavrou im Plenum für alle Lehrgangsteilnehmer als Weiterbildung durchgeführt wurde. |

Arbeitsgruppe 3: OSA d.R. Dr. Stavrou diskutiert mit den Teilnehmern die Strategien zur Versorgung eines schwer verletzten Patienten in einem fiktiven Szenario.
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OL d.R. Munz entwickelte bereits zum 3.Mal die Kernkompentenzen des Reserveoffiziers.
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Arbeitsgruppe 4: „Kernkompetenzen des Reserveoffiziers, Teamfähigkeit und Führungsverantwortung.“ Das prozess- und handlungsorientierte Seminar zur Teamentwicklung und Führungsfähigkeit hat sich unter Leitung von Oberleutnant d.R. Munz im dritten Jahr seiner Durchführung etabliert und ist zum integralen Bestandteil des Lehrgangs geworden. Grundlegende Voraussetzung für gesteigerte Kooperations- und Teamfähigkeit ist eine tragfähige Vertrauensbasis zwischen den Kooperationspartnern. „Die Effektivität einer Gruppe ist abhängig vom Ausmaß der Handlungsfähigkeit der Gruppe.“ Theoretisches Methodentraining in Kombination mit praktischen Übungen zur Einleitung von gruppendynamischen Prozessen führte schnell und zielgerichtet zu effektivem „PrimeTeambuilding“. Es zeigte sich, wie in Problemlösungsprozessen kreative Elemente sinnvoll und gewinnbringend eingebracht werden. Die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie Vertrauensbildung und Sensibilität im Umgang mit Menschen revitalisieren unsere Gemeinschaft und sind Innovationsträger unserer Gesellschaft. |
Die Arbeitsgruppe 5 beschäftigte sich mit der Erstellung eines Leitbildes für das Forum und der Frage nach der zukünftigen Ausrichtung. Diese Aufgabenstellung konntedurch das professionelle Engagement unserer zivilen Arbeitsgruppenleiterin Frau Fischer erfolgreich gelöst werden. Über die Entwicklung von Visionen aus dem Teilnehmerkreis für das Forum konnten die Wertevorstellungen, die das Forum beschreiben, definiert werden (Kameradschaft – Kompetenz – Vertrauen).
Abschließend wurde dem Planungsstab ein Leitbildkonzept übergeben. |

Frau Fischer schaffte den Brückenschlag und entwickelte in Ihrer Arbeitsgruppe erfolgreich ein Leitbild für das Forum.
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Zusammenfassend war das 12. Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst ein voller Erfolg, die Teilnehmer konnten gut informiert und für die zukünftige Reservistenarbeit motiviert in das Zivilleben entlassen werden. Besonders erwähnenswert ist noch die ausgiebige Feedback-Runde im Rahmen der Lehrgangszusammenfassung durch Generalarzt Dr. Raphael, der den Anwesenden das Gefühl gab, dass die Reserve ein geschätzter und gehörter Partner der Aktiven Truppe ist.
Unter unserem Leitbild „Bereit, zivile Kompetenz zum Wohle der Bundeswehr und ihrem Auftrag einzubringen, um Vertrauen zu schaffen - Aktuelle Fort- und Weiterbildung auf hohem Niveau, Stärkung der Kameradschaft und individuelle Förderung als zentrale Ziele“ wird sich das 13. Forum im nächsten Jahr in München wieder versammeln.

GenSA Dr. Blätzinger im angeregten Gespräch über die aktuellen Versorgungskonzepte nach OFA Backus Präsentation.
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Beförderungen sind ein besonderes Highlight. H d. R. Mettcher wird durch den Kommandeur SanAkBW GA Dr. Raphael und FltÄ Rehder zum Major d.R. befördert.
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