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Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst

 

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Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst 2008 – Quo Vadis war gestern

Die Bundeswehr nimmt ihre Reservisten ernst

Das mittlerweile XIII. Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst fand vom 06. bis 09. Mai an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München statt. Nach vielfachen Strukturdiskussionen in den letzten Jahren, die das Hauptaugenmerk auf die Neustrukturierung der Bundeswehr und Ihrer Reservistenkonzeption richteten, machte sich diesmal von Anfang an die Grundstimmung des Schulterschlusses zwischen Bundeswehr und ihren Reservisten bemerkbar. Die Reservisten sind in der aktiven Truppe angekommen und werden von ihr auch gebraucht. Die Zeiten, in denen Reservisten in ihren eigenen Reservelazarettorganisationen aufgestellt waren und neben der aktiven Truppe übten, sind Geschichte. Der Reservist von heute besetzt den Spiegel-Dienstposten eines Aktiven und gliedert sich so nahtlos in die Truppe ein, ob daheim oder im Ausland.


Inspekteur des Sanitätsdienstes
Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath.

Ausdruck dieser hohen Wertschätzung durch die Bundeswehr war der Besuch der Veranstaltung durch den Inspekteur des Sanitätsdienstes Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath, der in seinem Vortrag über die aktuelle Lage und kommende Herausforderungen des Sanitätsdienstes berichtete. Bemerkenswert war eine lange Ausprache mit dem Forum, in dem zahlreiche Fragen geklärt werden konnten. Dr. Nakath vermittelte dabei den Anwesenden das Gefühl, auch auf seiner persönlichen Agenda weit oben zu stehen. "Wir wissen manchmal gar nicht, welches Potential in unseren Reservisten steckt, und das müssen wir ändern" - bemerkte der Inspekteur bei der Durchsicht der Lebensläufe von fünf Kameraden, die die große Ehre hatten, von ihm (Generaloberstabsarzt Dr. Nakath) persönlich vor dem Forum befördert zu werden.


Oberstarzt Dr. Baumgärtner.
Der Vortrag des Inspekteurs wurde durch die genaue Analyse der Struktur und der Entscheidungsprozesse des Sanitäsführungskommandos durch dessen Chef des Stabes Oberstarzt Dr. Baumgärtner komplettiert. Die Teilnehmer des Forums hatten so die Möglichkeit die Strukturen und Entscheidungsprozesse in den höchsten Führungsgremien des Sanitätsdienstes zu verstehen und auch den heutigen Stellenwert der Reservistenarbeit zu erleben.

Einen wertvollen Beitrag zum sehr guten Klima der Veranstaltung leistete auch der Besuch von Oberfeldarzt Dr. Hanhardt aus dem BMVg, der an seiner aktuellen Position für die Belange der Reservisten zuständig ist, und hier dem Inspekteur berichtet. Dr. Hanhardt ließ es sich dabei nicht nehmen, die Veranstaltung über zwei Tage zu besuchen und war während dieser Zeit jederzeit für alle Teilnehmer ansprechbar.


Oberfeldarzt Dr. Hanhardt.

Oberstarzt Dr. Sohns.

Die diesjährige Vortragsreihe während des Forums konnte sich wirklich sehen lassen. Nach der herzlichen Begrüßung durch den neuen Kommandeur der Sanitätsakademie Oberstarzt Dr. Sohns, der schon zu Beginn mit einer ausführlichen Diskussionsrunde den Grundstein für einen erfolgreichen Lehrgang legte, stellte Oberfeldarzt Dr. Kehe das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr vor, welches ebenfalls in der Ernst von Bergmann Kaserne beheimatet ist. Erstmalig konnten die Teilnehmer einen richtigen Einblick in die Arbeit dieses Vorzeigeinstitutes der Bundeswehr bekommen - Dr. Kehe konnte dabei gehäuftes Halbwissen in saubere Information umstrukturieren.


Oberfeldarzt Dr. Kehe.
Ein besonderes Highlight war die Vorstellung der Aufgaben und aktueller Einsatzbeispiele des Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanität (KSES) durch den neuen Kommandeur Oberstarzt Dr. Schoeps, der sich schon in seinen vorherigen Verwendungen als großer Fürsprecher der "neuen" Reserve erwiesen hatte. Insbesondere die aktuelle Planungssituation für Spiegelstellen im KSES zeigte dabei vielfache Möglichkeiten für eine neue Verwendung als Reservist auf.
Oberstarzt Dr. Schoeps.

Oberst Stadler.
Oberst Stadler, Kommandeur des Landeskommandos Bayern zeigte im Anschluss die zivil-Militärische Zusammenarbeit seines Kommandos auf. Oberstleutnant Dr. Müller, Historiker mit dem Schwerpunkt Militärgeschichte konnte den Bogen zur Entwicklung der Militärischen Taktik über 4000 Jahre spannen und dabei zeigen, dass sich die Strategie im Laufe der Zeit zwar an die jeweiligen technischen Veränderungen angepasst hat, oftmals jedoch Ansätze aus der Antike auch in neuerer Zeit zu finden sind.

Oberfeldarzt Dr. Römer.
Auch der Reservistenverband war mit zwei Vorträgen vertreten. Oberst a.D. Fell, neuer Bundesgeschäftsführer, zeigte die zukünftige Ausrichtung der Reservistenarbeit auf und machte in seinem Vortrag deutlich, dass frischer Wind in den Verband kommt. Oberfeldarzt Dr. Römer, Vertreter des Arbeitskreis Sanitätsdienst (AK San), unter dem das Forum beim Reservistenverband aufgehängt ist, komplettierte mit seinem Vortrag die Darstellung der Möglichkeit zum Engagement im Reservistenverband und wies insbesondere auf die Herausforderungen der nahenden deutschen Präsidentschaft im CIOMR hin.
Oberst a.D. Fell.

Die mit Spannung erwartete Offizierweiterbildung durch die Firma Heckler und Koch war ein absolutes Highlight in der Forumsgeschichte. Es wurden die neuesten Entwicklungen im Bereich der Handfeuerwaffen nicht nur theoretisch dargestellt, die Teilnehmer konnten direkt Hand an HK 416 und 417 sowie das neue MG4 und die MP7 legen, nachdem die theoretischen Entwicklungsschritte vorgetragen wurden. Abschließend wurde noch Einblick in den Entwicklungsstand des Systems Infanterist der Zukunft mit dem Schwerpunkt auf die Waffensystementwicklung gewährt.





Die traditionellen Arbeitsgruppen wurden dieses Jahr leicht modifiziert. Es wurde wieder hart gearbeitet und es gelang, den Kameraden wichtiges Wissen für Ihre Zukunft als Reserveoffiziere zu vermitteln. Die AG1, geleitet durch Hauptmann Anders, beschäftigte sich wie in den Vorjahren mit "Information für junge Reserveoffiziere" im Dienstgrad Fähnrich und Leutnant/Oberleutnant. Der intensive Erfahrungsaustausch wurde durch die Erstellung einer Wehrübungscheckliste und mehrerer Informationsblätter dokumentiert und abgerundet.
Hauptmann Anders.

Major Heitjohann.
Die neu strukturierte AG2, geleitet durch Major Heitjohann, richtete sich diesmal an die Reserveoffiziere ab Dienstgrad Oberleutnant mit dem Schwerpunkt auf die Führungsaufgaben als Kompaniechef, Weiterbildungsmöglichkeiten und -erfordernisse, sowie Informationen über eine sinnvolle Laufbahnplanung als Reservist auch in Stabsverwendungen.
Die AG3 "Wehrmedizin" beschäftigte sich unter Leitung von Oberstabsarzt Dr. Stavrou auch dieses Jahr im Sinne einer Fortbildungsveranstaltung für Mediziner mit der Notfallmedizinischen Versorgung schwerstverletzter Patienten. Besonderes Augenmerk lag hierbei auf der Triage beim Massenanfall und der initialen strukturierten Versorgung des Verletzten.
Oberstabsarzt Dr. Stavrou.

Die AG4 "Teamfähigkeit und Führungsverantwortung", geleitet durch Oberleutnant Munz war auch in diesem Jahr in der Entwicklung sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Vertrauensbildung und Sensibilität im Umgang mit Menschen sehr erfolgreich. Das prozess- und handlungsorientierte Seminar ist mittlerweile ein echtes Kleinod dieses Lehrgangs, da es zivile Führungskompetenzen schult und diese mit den militärischen verbindet.


Oberleutnant Munz.

Insgesamt wurde das diesjährige Forum als voller Erfolg beendet. Kaum zuvor war das Gruppengefühl bei allen Teilnehmern so ausgeprägt - die Teilnehmer des Forums konnten gut informiert in ihre zukünftige Tätigkeit als Reservisten entlassen werden. Abschließend wurde Oberstabsarzt Dr. Stavrou vom Planungsstab mit der Führung als neuer Sprecher des Forums beauftragt - der ehemalige Sprecher Hauptmann Kramer bleibt dem Planungstab weiterhin erhalten, kann aber das Sprecheramt wegen ziviler Umorientierung nicht mehr wahrnehmen. Das Forum ist Hauptmann Kramer für das jahrelange und außerordentlich fruchtbare Engagement sehr dankbar.

 

Info

Checkliste SanRes 04.00