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Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst

 

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XIV. Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst

Zum XIV. Mal fand in München an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in der Zeit vom 26.05  bis 29.05.2009 das Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst statt. Neben informativen Weiterbildungen stand in diesem Jahr einerseits die konzeptionelle Ausrichtung des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr sowohl im Einsatzland als auch bei der truppenärztlichen Versorgung im Inland sowie die zukünftige Orientierung des Forums selbst im Fokus.

Nach der herzlichen Begrüßung durch den Kommandeur SanAkBw, Generalarzt Dr. Sohns, und OFA Dr. Stavrou, Sprecher des FjROS, wurde den Lehrgangsteilnehmern die diesjährige Agenda der Arbeits- und Weiterbildungsveranstaltung durch den Planungsstab vorgestellt,
die Anzahl der angebotenen Arbeitskreise wurde in diesem Jahr von bisher vier auf fünf erweitert. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe bearbeitete unter SA Dr. Schilling eine Konzeption zur Integration des Managements hochkontagiöser Erkrankungen in die Ausbildung der Bundeswehr. Neben den klassischen Arbeitsfeldern „Zukunft und Chancen für den jungen Reserveoffizier“ und „Wehrmedizin“, konnte auch das Portfolio des Themenkreises „Innere Führung“  durch einen Taktiklehrgang erweitert werden. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der zukünftigen Weiterentwicklung der Arbeitsgruppenangebote zukünftiger Foren.

Inspekteur des Sanitätsdienstes Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath mit Sprecher des FjROS OFA Dr. Stavrou
Inspekteur des Sanitätsdienstes
Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath
mit Sprecher des FjROS OFA Dr. Stavrou

Im Hinblick auf die Transformation der Bundeswehr werden neben qualifizierten Sanitätsoffizieren auch mehr spezialisierte Truppenoffiziere benötigt.  Das Personalamt unterstützte die Nachwuchsgewinnung für die Dauer des Lehrgangs durch die Teilnahme der für die Laufbahnplanung zuständigen OSÄ Saupe, die den interessierten Teilnehmern für Einzelgespräche zur Verfügung stand.

Die traditionelle Vortragsreihe wurde durch Frau M Dr. Emmerich vom BNI Hamburg eröffnet – hier wurde die potentielle Bedrohung durch hämorrhagische Fieberviren im aktuellen Kontext der Terrorismusbekämpfung erörtert. Das weitere Programm bot einen guten Mix aus verschiedenen Themengebieten:

OTL Schürmann, S1 Offizier des KSES erläuterte Aufgabe und Funktionsweise des Vorzeigeverbandes und zeigte Möglichkeiten zum Engagement der Reservisten auf. FLA Dr. Hartmann, LSO der Einsatzflottille 2 brachte die aktuelle Lage der Mission Atalanta näher und konnte die Schwierigkeiten mit denen die Verbände vor Ort konfrontiert werden nicht zuletzt durch anschauliches Bildmaterial deutlich machen.

FLA Prof. Dr. Adams
FLA Dr. Hartmann
H Kramer, ehemaliger Sprecher des Forums, erhielt für seine Verdienste die Verbandsehrennadel in Bronze
H Kramer
ehemaliger Sprecher des Forums
erhielt für seine Verdienste die Verbandsehrennadel in Bronze
O Fell - Bundesgeschäftsführer des VdRBw
O Fell - Bundesgeschäftsführer des VdRBw


Auch der Arbeitskreis Sanitätsdienst unterstützte die Veranstaltung wie immer kompetent, OFA Dr. Römer brachte die aktuellen Themen des Arbeitskreises näher und erläuterte die anstehenden Herausforderungen der Präsidentschaft des CIOMR 2010-12, wobei er zum Engagement insbesondere der jungen Reservisten aufrief. OTL Horten, ebenfalls AK San, berichtete auch aus persönlicher Erfahrung über die Probleme und Hürden, aber auch über die notwendige Qualifikation und persönliche Herausforderung bei Auslandseinsätzen von Reservisten. H Anders erläuterte die aktuelle Organisation der ZMZ am Beispiel seiner persönlichen Erfahrungen. Als Vertreter der Rüstungsindustrie erörterte Herr Schröder von der Firma PSM eindrucksvoll das Projekt Schützenpanzer Puma und die internationalen Zusammenhänge des Rüstungsgeschäftes.

Das die jungen Reservisten dem Führungsstab des Sanitätsdienstes sehr wichtig sind, wurde an dem persönlichen Engagement der Vertreter der höchsten Führungsebene überdeutlich.

Im Mittelpunkt des Vortrags des Inspekteurs des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath stand der Kernauftrag „Einsatz“ und die daraus resultierenden Neuerungen im Sanitätsdienst, immerhin gehören etwa 10 Prozent aller Soldaten im Einsatz dem Sanitätsdienst an. Aus den Einsatzerfahrungen aller Nato-Länder ergibt sich dabei die Erkenntnis, dass die Versorgung in den ersten Minuten nach einer Verletzung entscheidend ist. International ist beispielsweise daher beispielsweise das Abbinden einer Extremität wieder „en vogue“, die Bundeswehr hat bereits entsprechend reagiert und neben einer umfangreicheren Ersthelferausstattung auch moderne sogenannte Tourniquets beschafft. Auch die Ausbildung des Sanitäts- und Truppenpersonals wird neu konzeptioniert. Der Inspekteur machte abschließend deutlich, dass die engagierten Reservisten für Ihn einen großen Stellenwert haben und unterstrich dieses auch mit einer offenen Diskussion mit einzelnen Kameraden. Abschließend ließ es sich der Inspekteur nicht nehmen zusammen mit der anwesenden Generalität einige der anwesenden Kameraden persönlich zu Befördern. Die Beförderung aus der Hand dreier Generäle zu erhalten, war für alle Teilnehmer ein außergewöhnliches Erlebnis, dass so sicherlich sehr selten ist.

Der Amtschef  des Sanitätsamts der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Detlev Fröhlich sprach in seinem Vortrag über die neuen Herausforderungen des Sanitätsdienstes im Einsatzland, hier insbesondere über das Problem der Infektionskrankheiten die bis zu 80 Prozent der Ausfälle bei Soldaten ausmachen. Hier wurden große Fortschritte gemacht und inzwischen auch eigene Schnelltests entwickelt. Insbesondere an der Reaktionsfähigkeit vor Ort wird gearbeitet - dieses gilt auch für den Themenbereich ABC und die erweiterte Behandlungsmöglichkeit im Gefecht mit speziellen Hilfsmitteln, die helfen sollen, die Überlebenschance verletzter Kameraden deutlich zu steigern.

Der Stellvertretende Befehlshaber Sanitätsführungskommando, Generalstabsarzt Dr. Ingo Patschke berichtete über die bereits laufende Qualifikationsoffensive bei den Sanitätsfeldwebeln und bei der gemeinsamen militärischen Ausbildung von Einsatz-Truppenteilen. Auch die Versorgung der Bevölkerung im Inland wird über die Bundeswehrkrankenhäuser weiterhin sichergestellt – auch hier erläuterte Dr. Patschke die aktuellen Konzepte der Aus- und Weiterbildung der Soldaten des Sanitäsdienstes in der Heimat. Auch die kompetente Versorgung der Truppe im Einsatzland aus den Krankenhäusern heraus, unter anderem durch Telemedizin, war Teil des sehr gelungenen Vortrages. Dr. Patschke ließ es sich nicht nehmen, die Teilnehmer auch auf Ihrem Herrenabend zu begleiten, welcher dieses Jahr wieder im Hotel Mercure stattfand – in exzellenter Atmosphäre und bei gutem Essen wurden die Vorträge diskutiert, persönliche Gespräche geführt und die frisch von der Generalität beförderten Kameraden gebührend gefeiert.


Inspekteur des Sanitätsdienstes Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath Generalstabsarzt Dr. Detlev Fröhlich Generalstabsarzt Dr. Ingo Patschke Beförderung
Beförderung Beförderung


In den Arbeitsgruppen wurden ebenfalls wertvolle Erkenntnisse erworben. Die klassische Arbeitsgruppe 1 „Information für junge Reserveoffiziere“ wurden unter der Leitung von Hauptmann Anders Informationen weitergegeben und ausgetauscht. Die Arbeitsgruppe 2 diskutierte über die Entwicklungsperspektive des Forums. Der aktuelle Status wurde auf den Prüfstand gestellt und mit den Anforderungen der Teilnehmer verglichen. Die Vorschläge für eine Wandlung der Arbeitsgruppen gehen verstärkt in die  Richtung der zivilen Nutzbarkeit und werden in die zukünftigen Planungen einfließen.

OTL Kanzek
OTL Kanzek

Die medizinischen  Arbeitsgruppen  3  „Wehrmedizin“ beschäftigt sich traditionell mit der fachspezifischen Weiterbildung der teilnehmenden Sanitätsoffiziere, hier wurden in diesem Jahr die aktuell aus Amerika publizierten Daten zur Tactical Combat Care und neuen Hämostatika erläutert. Die Arbeitsgruppe 4  fand dieses Jahr erstmalig als „Taktiklehrgang“ statt und wurde von OTL Kanzek ,Taktiklehrer des VdRBw, geleitet. Den Lehrgangsteilnehmern wurde in der  Quintessenz die Verbesserung der Führungsfähigkeit, Führungsprozesse und Entscheidungsfindung erläutert, was auf großes Interesse der Teilnehmer stieß.
In einer interdisziplinären Arbeitsgruppe 5 fanden sich Medizinier, Veterinäre, Apotheker, Naturwissenschaftler und Logistiker zusammen, um an der Konzeption zur Integration des Managements hochkontagiöser Erkrankungen in die Ausbildung der Bundeswehr zu arbeiten. Diese Arbeitsgruppe arbeitet zunächst über die nächsten 12 Monate weiter an diesem Thema, die Ergebnisse werden auf dem nächsten Forum präsentiert.


Komplettiert wurde das Forum durch die OWB, die dieses Jahr an den Münchner Flughafen führte. Die dort ansässige Feuerwehr wies die Teilnehmer in die aktuellen technischen und theoretischen Konzepte des Katastrophenmanagements in Ihrem Umfeld ein und sorgte durch eine mitreißende Demonstration ihres technischen Großgerätes für große Begeisterung bei den Teilnehmern.


 

Offiziersweiterbildung - Münchner Flughafenfeuerwehr

Das XIV. Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst war aus Sicht des Planungsstabes somit ein voller Erfolg, die Teilnehmer fühlten sich gut informiert und motiviert, sich auch weiter in der Reserve zu engagieren. Viele Anregungen aus dem Teilnehmerkreis selbst werden durch den Planungsstab für die nächsten Veranstaltungen umgesetzt werden können, die auch 2010, dann bereits zum XV. Mal an der Sanitätsakademie stattfinden wird.

 

 

 

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Checkliste SanRes 04.00