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Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst

 

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XVI. Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst

Reserve in Zeiten des Umbruchs
Teilnehmer des Forums junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst werden in ihrer Rolle bestätigt

 München. Zum mittlerweile sechzehnten Male fand das Forum junger Reserveoffiziere im Sanitätsdienst in der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München statt. Hochkarätige Dozenten, motivierte Teilnehmer und interessante Arbeitsgruppen machten das Forum auch im vergangenen Jahr zu einer „runden Sache“.
Hohe Würdigung für ihren ehrenamtlichen Einsatz wurde den angereisten Reservisten durch sämtliche Redner zuteil. Der Kommandeur der Sanitätsakademie, Generalarzt Dr. Schöps würdigte, dass viele Reservisten trotz ihres zivilen Berufes Zeit für die Bundeswehr fänden. Generalarzt Schöps stellte in seiner Begrüßung weiterhin heraus, dass viel Alltägliches durch Reservisten geleistet werde. So repräsentierten sie nicht nur die Bundeswehr in der Gesellschaft, sondern seien auch für die Nachwuchsgewinnung äußerst wichtig. Eben jene Wichtigkeit unterstrich auch der Vortrag von Oberfeldarzt Dr. Hanhart, Abteilungsleiter (G1) SanFüKdo:
„Ohne die Reserve funktioniert die Bundeswehr nicht, und ohne die Reserve funktioniert der Sanitätsdienst nicht.“
Dies zeige sich auch darin, dass die Konzeption für die Reservisten und Reservistinnen der Bundeswehr in der Dokumentenhierarchie hoch aufgehangen sei. Die Reserve sei Personalersatz und Personalverstärkung im Grundbetrieb und im Einsatz. Reservisten nehmen eine Mittlerrolle zwischen Bundeswehr und Gesellschaft ein und sie erschließen neue Potenziale. Um diesem Umstand auch zukünftig Rechnung tragen zu können, soll ein Kompetenzzentrum für Reservisten eingerichtet und die Nachwuchsgewinnung mit eingebunden werden. Letztlich soll und muss die Attraktivität für Arbeitgeber und Reservistinnen und Reservisten soll erhöht werden - ein Ergebnis, welches auch durch die langfristigen Untersuchungen innerhalb des Forums bestätigt wird. Wenngleich Wehrübungen inzwischen freiwillig seien, werde es im Spannungsfall weiterhin Pflichtwehrübungen geben. In einem kurzen Überblick gab Hanhart Auskunft über die Neuausrichtung der Reserve.
Die allgegenwärtige Thematik der Neuausrichtung kam ebenfalls im Vortrag von Major Wodok, stellvertretender Dezernatsleiter Prüf, Zentrum für Nachwuchsgewinnung Süd zum Ausdruck.
So stelle die wachsende Dislozierung der Bundeswehr ein Problem dar. Wo kein Einfluss von Standorten der Bundeswehr mehr bestehe, sei die Nachwuchsgewinnung besonders schwer. Wodok gab zu bedenken, dass sich erst 2013 zeigen werde, wie sich die Aussetzung der Wehrpflicht auswirke. Major Wodok stellte folgend das Maßnahmenpaket der Nachwuchsgewinnung und seine neuen Ansätze vor.
Wie auch in den vergangenen Jahren war das Forum 2011 geprägt von einem spannenden Mix aus Theorie und Praxis. Neben den Vorträgen wurde innerhalb der zu Beginn der Veranstaltung gebildeten der Arbeitsgruppen zu vielfältigen Themen diskutiert, Wissen vertieft und weitergegeben.


In der Arbeitsgemeinschaft Praxistraining für den Kompanieeinsatzoffizier (KpEinsOffz) wurde anhand von Fallbeispielen der praktische Umgang mit Vorschriften und Gesetzen geübt.
In der Arbeitsgemeinschaft Praxistraining für den Kompanieeinsatzoffizier (KpEinsOffz)
wurde anhand von Fallbeispielen der praktische Umgang mit Vorschriften und Gesetzen geübt.

Die AG „Praxistraining für den KpEinsOffz“ brachte allen Beteiligten in regem Austausch den richtigen Umgang mit Vorschriften und Gesetzen näher – aus der Praxis für die Praxis.
Auch im vergangenen Jahr war das Forum erneut Anlaufstelle für Fahnenjunker und Fähnriche der aktiven Reserveoffizierslaufbahn.


Taktik für Reservisten.
Taktik für Reservisten.

Diese konnten sich in der Arbeitsgruppe „Der junge Reserveoffizier / Freiwillige Reservistenarbeit“ nötiges Wissen über die Aufgaben des Reservisten nach dem aktiven Dienst erarbeiten und in reger Diskussion mit den erfahreneren Reservisten viele Tipps in ihre Einheiten mitnehmen.


Fahnenjunker und Fähnriche aus der aktiven Reserveoffizierlaufbahn informierten sich in der Gruppe „Der junge Reserveoffizier / Freiwillige Reservistenarbeit“ über die Aufgaben des Reservisten nach dem aktiven Dienst.
Fahnenjunker und Fähnriche aus der aktiven Reserveoffizierlaufbahn informierten
sich in der Gruppe "Der junge Reserveoffizier / Freiwillige Reservistenarbeit"
über die Aufgaben des Reservisten nach dem aktiven Dienst.

Kein Forum ohne Fortbildung: In der Arbeitsgruppe Wehrmedizin wurde die Einsatzmedizin in den Mittelpunkt der Arbeit gestellt. Traumaversorgung und taktische Verwundetenversorgung wurden anhand von neuen Abläufen aus dem militärischen, aber auch aus dem zivilen Bereich besprochen.


Medizinische Fortbildung auf dem Forum 2011
Medizinische Fortbildung auf dem Forum 2011

Als besonderes Highlight konnte auch 2011 Generalstabsarzt Dr. Patschke, nunmehr Inspekteur des Sanitätsdienstes, gewonnen werden.


Generalarzt Dr. Patschke während des Vortrages
Generalarzt Dr. Patschke während des Vortrages

Generalstabsarzt Dr. Patschke berichtete in seinem Vortrag von der mittlerweile noch besseren Ausbildung der Sanitätssoldaten für das Ausland, was sich aus Ergebnissen der Probanden von Befragungen des Sozialdienstes der Bundeswehr schließen ließe. Hier müssten vor allem die Sprach- und Waffenausbildung hervorgehoben werden. Die Einsatzauswertung im Sanitätsdienst der Bundeswehr sei wichtig, besondere Formen von Qualitätsmanagement könnten hier Abläufe verbessern. Schwerpunkte seien Forward Air Medevac, StratAirMedEvac und die Rettungskette allgemein.
Nach Patschke müssten rettungsmedizinische Standards früh in die Ausbildung eingebunden werden. Ein Beispiel sei PHTLS (Prehospital Trauma Life Support). Das Posttraumatische Belastungssyndrom (PTBS) sei ein großes Problem, besonders im Sanitätsdienst. Ein Trainingstool zur primären Prävention von psychischen Belastungsstörungen soll PTBS nach Einsätzen mindern. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass nach der Belastung durch die computergestützten Verfahren eine größere Beruhigung besteht und auch Selbstberuhigungsverfahren erlernt werden können.
Oberstarzt Dr. Hillebrandt, Divisionsarzt der DSO, stellte die Aufgaben der Division Schnelle Operationen vor. Insgesamt seien ca. 8000 Soldaten im SanDst DSO. Grundsätzlich soll die sanitätsdienstliche Versorgung der Ebene 1 gesichert werden. Die militärische Evakuierungsfähigkeit wird hierbei durch die DSO gewährleistet. Auch Nichtsanitätspersonal werde zum Combat First Responder sanitätsdienstlich ausgebildet, um eine Erstversorgung zu verbessern.
Fachlich werden TCCC Lehrgänge für SpecOps, PHTLS sowie sandstl. Teamausbildung angeboten. Oberstarzt Dr. Hillebrand würdigte besonders das Engagement der Reservisten, ohne die zeitweise ein reibungsloser Ablauf der Ausbildungen und des Alltagsbetriebes nicht hätte aufrecht erhalten werden können.
Doch es wurden nicht nur Neuerungen und Themen des Sanitätsdienstes vorgetragen, sondern auch allgemeinmilitärische. Oberstleutnant Köhl gab den Teilnehmern des Forums einen Erfahrungsbericht des AusbSchtzBtl (Task-Force) MES1 in Afghanistan. Eine besondere Herausforderung bestände hier im Bereich des Partnerings. Es erfordere einen hohen Zeitaufwand, die afghanischen Kräfte in die Planung und Durchführung von Operationen einzubeziehen. Trotzdem war und sei dies für dauerhaften Erfolg in Afghanistan entscheidend.


OTL Köhl berichtete vom AusbSchtzBtl MES1
OTL Köhl berichtete vom AusbSchtzBtl MES1

Stabsfeldwebel Götze aus dem LazRgt 21 „Westerwald“ berichtete über seine Aufgabe und Rolle als Militärbeobachter der UN Beobachtermission UNOMIG in Georgien. Das Einsatzgebiet der UNO-Mission UNOMIG hatte in etwa eine Fläche von der Größe Münchens. Hohe Kriminalität, Minen und viele Waffen in Privathand sowie bewaffnete Überfälle waren ein großes Problem im Einsatzgebiet. Besondere Vorkommnisse an der Grenze von Abchasien zu Georgien sollten im Rahmen der Mission gemeldet werden. Das UNOMIG-Mandat betraf vor allem das Monitoring. Hier sollte sichergsetellt werden, dass sich keine Waffen und Soldaten in einer Zone („restricted weapon zone“) befinden. Weiterhin soll die russische Friedenstruppe kontrolliert werden. Russische Soldaten waren gleichzeitig zum Schutz für die unbewaffneten Militärbeobachter abgestellt.
Ein weiterer Höhepunkt des Forums war der Vortrag „Islamischer Extremismus“ von Frau Sahin des bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz.
Frau Sahin berichtete in einem äußerst spannenden und aufschlussreichen Vortrag über die Aufgaben des Landesamtes für Verfassungsschutz, wie zum Beispiel die Beobachtung von Bestrebungen, die die Gesellschaftsordnung zu verändern versuchen. Frau Sahin stellte beeindruckend die aktuelle Situation in Deutschland dar.
Generalstabsarzt Dr. Fröhlich erläuterte folgend den Teilnehmern die aktuellen Strukturentwicklungen im Sanitätsdienst der Bundeswehr. Kernaufgabe bleibt die sanitätsdienstliche Versorgung im In- und Ausland. Auch Generalstabsarzt Dr. Fröhlich hob die Tätigkeiten der Reservisten stark heraus. Der Heimatschutz und die Reservistenwehrübungstage sollen stärker gewichtet werden. So zitierte er abschließend den Verteidigungsminister: „Reservisten sind unentbehrlich und ein künftig noch wichtigerer Bestandteil der Bundeswehr. Sie werden, wo immer möglich, die aktive Truppe verstärken und im Einsatz die Durchhaltefähigkeit erhöhen“.
Kein Forum ohne Offiziersweiterbildung und den obligatorischen Gesellschaftsabend. Diesmal war die Wehrtechnische Dienststelle in Manching das Ziel. Hier wird sämtliches militärisch genutztes Material, welches im Zusammenhang mit dem Flugbetrieb steht, zugelassen. Die Forumsteilnehmer hatten eine fantas­tische Aussicht vom Tower. Startende Tornados und ein Kampfhubschrauber waren sicherlich ein Höhepunkt. Weiterhin wurden in einem Hangar die von der Bundeswehr geflogenen Kampfflugzeuge (Starfighter, Tornado und Eurofighter) fachkompetent von Ingenieuren der Einrichtung vorgestellt.
Den Abschluss des Forums 2011 bildete der gemeinsame Gesellschaftsabend, an dem auch Redner teilnahmen und so zu dem ein- oder anderen Gespräch einluden.
Der Planungsstab des Forums junger Reserveoffiziere dankt allen Teilnehmern, Dozenten und den vielen Helfern, die auch in 2011 das Forum wieder ermöglicht haben.

 

 


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